An der folgenden Diskussion zur „Aktuellen Situation für ältere Geflüchtete im Land Berlin" nahmen teil:
- Herr Michael Räßler-Wolff, Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales - Leiter AG Ehrenamt, Koordinierungsstab Flüchtlingsmanagement
- Frau Dr. Franziska Giffey, Bezirksbürgermeisterin Neukölln
- Frau Elke Pohl, Referentin beim Beauftragten für Integration und Migration des Senats von Berlin
- Herr Jan Hambura, Geschäftsstelle Beirat für Zusammenhalt beim Paritätischen
Ältere Geflüchtete kommen häufig in Familienverbünden und fühlen sich im Schutz der Familie sicherer, als sich nach den Strapazen des Krieges und des Hasses im Herkunftsland sowie den Fluchterfahrungen das fremde Umfeld zu entdecken. Die Angst, Gemeinschaftsunterkünfte zu verlassen, sei groß. Sie müssen erstmal ankommen – vor allem auch gedanklich.
Frau Elke Pohl, Referentin beim Beauftragten für Integration und Migration des Senats von Berlin, erinnerte daran, dass in anderen Kulturkreisen die Lebenserwartung – insbesondere in Zeiten des Krieges – niedriger als in Deutschland sei. Oft hätten ältere Menschen in ihren Herkunftsländern andere Rollen in der Gemeinschaft. Die würden sie nach einer Weile auch hier annehmen. Z. B. eine Kleinbäuerin aus Syrien mit dem „grünen“ Daumen gestaltet den Garten ihrer Unterkunft und löst so eine positive Dynamik in der Gemeinschaft dort aus.
In der Diskussion wurden viele Ängste und Sorgen bei den Herausforderungen der Integration im Alltag angesprochen. Vor allem der Bedarf an Unterkünften sei groß. Doch die vielen Älteren, die sich ehrenamtlich für die Geflüchteten engagieren, erleben im Verwaltungshandeln oft Absurditäten, so das Hilfen zum Nachteil der Betroffenen unterbleiben müssen - mit negativen Folgen für das Zusammenleben der Stadtgesellschaft. Die Fachkompetenz der vielen ehrenamtlichen Initiativen wurde angeboten, aber bei der Erstellung des o.g. Masterplanes seitens des Senats nicht angenommen. Im LSBB wurden flexiblere Sachentscheidungen in Einzelfällen, die Einbeziehung der Stadtteilzentren in die Ehrenamtskoordination, mehr Personal für die Bürgerämter, mehr Häuser für schutzbedürftige ältere Menschen mit pflegerischer und sozialer Begleitung sowie eine Verwaltungsreform für viele praktische Alltagsfragen gefordert.
Im Anschluss wurde neben Berichten von Veranstaltungen und aus den LSBB Arbeitsgruppen dem LSBB Jahrestätigkeitsbericht 2015 zugestimmt sowie der Stand der Vorbereitungen zur Wahl der Vorschlagslisten zur Berufung in die bezirklichen Seniorenvertretung mit der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales erörtert.





