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Standpunkte & Beratungen
31.08.2016, 08:48 Uhr | LSBB Pressemitteilung vom 31.08.2016
2 Geriatrische Gesundheitsversorgung – ein Notfall in Berlin ambulant wie stationär
Empfehlungen des LSBB zu vier Handlungsfeldern anlässlich der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin
Auch wenn die Berliner Politik Möglichkeiten einer geriatrisch guten Gesundheitsversorgung in diversen Papieren und Plänen (wie 80plus und Leitlinien der Berliner Seniorenpolitik, Krankenhausplan) anregt, so verhalten sich die relevanten Verantwortungsträger für die ambulante und stationäre Umsetzung zu oft vage und abwartend.
Die vom Landesseniorenbeirat Berlin (LSBB) erhobenen Forderungen wie dem Einsatz von mehr und besser qualifiziertem Personal in der (Not)Aufnahme und auf den Stationen der Krankenhäuser, Schulungsprogramme zur spezifischen Versorgung von PatientInnen mit Demenz, die Etablierung eines hauseigenen Casemanagements in den Kliniken, ein geriatrisches und dementielles Aufnahmescreening sowie ein weiter zu entwickelndes Entlassmanagement werden aufgrund fehlender Rahmenbedingungen und nur unverbindlichen Empfehlungen relativiert.

Der Landesseniorenbeirat Berlin empfiehlt der Politik dringend, bei der jährlichen Veröffentlichung der Qualitätsberichte seitens der Kliniken im Rahmen der Zulässigkeit ergänzender Qualitätsanforderungen auch Fragen nach der personellen Besetzung, der geriatrischen Konzepte, des Entlassmanagements, der Ausstattung der Notaufnahmen etc. in Eigenverantwortung der Häuser beantworten zu lassen. „Erst dann ist ein Abgleich der Öffentlichkeit mit eigenen Informationen und Erfahrungen möglich. Eine kontrollierende Gegenöffentlichkeit tut hier dringend Not, um Verbesserungen zum Wohle der Patientinnen und Patienten zu erreichen“, sagt Ingeborg Simon, stellvertretende Sprecherin der LSBB AG Pflege, Gesundheit und Verbraucherschutz.

Mängel in der geriatrischen Krankenhausversorgung treffen in Berlin auf eine desolate geriatrische ambulante Versorgung. Die aktuelle Situation wird im Diskussionspapier 80plus der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales zutreffend beschrieben: kaum vorhandene Hausärzte mit geriatrischer Zusatzqualifikation, nur selten Hausbesuche, keine Bereitschaft zum Erwerb geriatrischer Grundkenntnisse mit der Folge, dass geriatrischer Handlungsbedarf beim Patienten nicht erkannt wird. „Ob ambulant oder stationär - das Behandlungskonzept muss sich an den körperlichen, seelischen, geistigen und sozialen Bedürfnissen der Patienten gleichermaßen orientieren. Vorrangiges Ziel muss es sein, die Lebensqualität und Selbstständigkeit der älteren und hochbetagten Menschen so weit wie möglich wiederherzustellen bzw. zu erhalten“, sagt Ingeborg Simon, stellvertretende Sprecherin der LSBB AG Pflege, Gesundheit und Verbraucherschutz: „Das setzt ausreichend Zeit, qualifiziertes Personal, geriatrisches Wissen und Empathie für die besonderen Belange hochaltriger Patienten voraus.“

Blick zurück:
Link zu Ergebnissen der LSBB Podiumsdiskussion „Das demenzfreundliche Krankenhaus“ und des LSBB Plenums am 2.12.2015

Beim Plenum des LSBB sind Gäste herzlich willkommen. Wir bitten aufgrund der Platzkapazität um vorherige Anmeldung 030/32664126 (Mo-Di, Do-Fr 9-13 Uhr).

Termine:
(werden demnächst veröffentlicht)